GEWINNER
DEUTSCHER WETTBEWERB 2014

1. Jurypreis - Preis der Kölner Filmproduzenten:
NACHT GRENZE MORGEN
(Tuna Kaptan & Felicitas Sonvilla)

"Vom nie wieder zurückkönnen in die alte Heimat Syrien und vielleicht niemals ankommen in Europa handelt dieser Film, der uns sehr berührt und eingenommen hat. Als Flüchtling in einem fremden Land gestrandet zu sein bedeutet auch, einen täglichen Überlebenskampf führen zu müssen. Ali und Naser sind Gestrandete, die aus der eigenen Not heraus syrische Flüchtlinge über die türkisch-griechische Grenze schleusen. Dabei nehmen sie hohe Risiken wie Gefängnis und Schläge, aber auch den möglichen Verlust des Freundes, in Kauf. An der Grenze entsteht gerade ein Bollwerk. David gegen Goliath. Sie wird höher und unüberwindbarer und dennoch versuchen Ali und Naser immer wieder, mit Beharrlichkeit und auf leisen Sohlen syrische Flüchtlingsfamilien über diese Grenze zu bringen. Den Filmemachern ist es gelungen einen Weg, in dieses sehr verschlossene Milieu, zu ebnen und in spannenden und eindrücklichen Bildern den jungen Schleusern - ohne Sentimentalitäten - sehr nahe zu kommen. Sie mit ihren existenziellen Sorgen, ihrer Verletzlichkeit, ihrem eigenen täglichen Überlebenskampf zu zeigen, das ist die große Stärke dieses Films. Besonders hervorheben möchten wir,  dass hier eine Erzählstruktur gelungen ist, die den Figuren insgesamt Raum gibt und nicht zielgerichtet auf das dramatische Ende setzt, das die reale Geschichte von Naser angeboten hat. Wir vergeben diesen Preis sehr gerne an die Filmemacher Tuna Kaptan und Felicitas Sonvilla und danken ihnen für diesen eindrucksvollen Film, der sehr lange nachwirkt."

Der 1. Preis (Kölner Produzentenpreis) besteht in einer Bar-Prämie in Höhe von 2.400 Euro, gestiftet von 2Pilots, btf, eitelsonnenschein & Zeitsprung.

2. Jurypreis:
A GIRL'S DAY
(Rosa Hannah Ziegler)

"In A Girl's Day richtet Rosa Hannah Ziegler den Blick auf die junge Yasmin, die nach einer Kindheit in Heimen und Pflegefamilien in ihre erste eigene Wohnung gezogen ist. Ihre ehemals drogenabhängige Mutter wohnt anderswo und meldet sich selten, der ältere Bruder ist ganz aus ihrem Leben verschwunden. Yasmin ist auf sich allein gestellt und kämpft gegen die Einsamkeit. Vom ersten Moment an gelingt dem Film diese Einsamkeit zu vermitteln - mit Bildern, die Yasmin in dem menschenleeren Häuserblock, in ihrer karg einrichteten Wohnung, bei der Berufsberatung, auf einem Feld und auf der Straße zeigen. In den Großaufnahmen beeindruckt dabei, wie offen und unbefangen die Protagonistin die stummen Kamerablicke erwidert und in ihrem Gesicht mehr zu lesen ist, als hier beschreibbar wäre. Der Film komponiert und verdichtet das Bild einer inneren und äußeren Lebenswelt, vor allem auch, indem die junge Frau als Erzählerin ihrer Gedanken und Gefühle zu hören ist. Ohne äußerliche Dramatisierungen und durch Auslassungen wird erreicht, ein großes Interesse an der Protagonistin und ihrem Problem zu erzeugen, eine Grundspannung aufzubauen und viele Fragen im Kopf des Zuschauers entstehen zu lassen, die sich erst im Laufe des Films Schicht für Schicht beantworten. Dabei wechseln und durchdringen sich in der Montage Tonlagen und Farben. An keiner Stelle klischeehaft, eindimensional oder weinerlich, sondern mit vielen Zwischentönen wird Yasmins Situation nicht nur dokumentarisch beobachtet, sondern durch die Kunst einer sensiblen, empathischen Inszenierung verständlich gemacht. Sehr berührend ist zu sehen, wie Yasmin zum Tanzen geht, während ein Telefongespräch mit der Mutter zu hören ist. Die Kraft, dem Schmerz und der Enttäuschung einerseits entgegenzutreten, aber auch sich dem Schmerz zu stellen, ohne sich davon verschlingen zu lassen, ist eine Botschaft, die dieses wunderschöne Filmportrait in starker emotionaler und ermutigender Weise enthält."

Der 2. Preis besteht in einer Bar-Prämie in Höhe von 750 Euro, gestiftet von Jameson Irish Whiskey.

3. Juryreis:
FOREVER OVER (Erik Schmitt)

"Forever over ist ein überzeugender Kurzfilm über Beziehungskrisen nach Abflauen der ersten Leidenschaft. Das ist kein neues Thema, zuletzt behandelt in Filmen wie „The Future“, und auch filmästhetisch wird hier das Rad nicht neu erfunden. Die einfache Grundanordnung wird jedoch mit Witz, großer visueller und imaginärer Spielfreude, psychologisch überzeugend und mit Sensibilität für die ebenbürtigen Protagonisten Mia und Tim umgesetzt, souverän gespielt von Marleen Lohse und Maxim Mehmet. Die wollen sich nicht mit der Langeweile ihrer Beziehung abfinden und verfolgen einen eigenwilligen Plan zur deren Rettung. Der Film von Erik Schmitt bleibt erzählerisch und auch visuell bei seinen beiden Großstadtneurotikern, für deren geheime Wünsche und Träume er starke Situationen und Bilder findet. Dem Filmemacher gelingt durch psychologisch sichere Inszenierung und die den geheimen Wünschen gerecht werdende Stilisierung ein lebensnahes Portrait des bürgerlichen Mainstreams der Thirtysomethings. Wenn das auf die Langeweile folgende Spiel die Beziehung zu zerstören scheint, so könnte das Ende des Films auch der Anfang einer wunderbaren Freundschaft sein."

Der 3. Preis besteht in einer Sachprämie: 1 Tag Color Grading gestiftet von WeFadeToGrey.

choices-Publikumspreis:
FOREVER OVER (Erik Schmitt)

Im Deutschen Wettbewerb bestimmte das Publikum per Wahlzettel Forever Over von Erik Schmitt als Gewinner des choices-Publikumspreises, einer Geldprämie in Höhe von 500 €, gestiftet vom Stadtmagazin choices.






GEWINNER
WDR / EINSFESTIVAL PREIS

CIRCUIT (Robert Gwisdek)

"Der Jury gefiel die konsequente Form und Umsetzung der Idee: Es beginnt mit einem Kurzschluss. Der Elektriker, dargestellt von Gwisdek, versucht den elektronischen Mechanismus einer Tür zu reparieren und gerät dadurch in einen ausweglosen Kreislauf. Zunächst ist die Reaktion auf die unausweichlich im Kreis führenden Türen spielerisch, dann zunehmend verzweifelt, es folgt Resignation und der junge Mann fasst wieder neuen Mut bis ihn die Konfrontation mit dem eigenen Ich einen lebensgefährlichen Entschluss fassen lässt. - Bis zum Ende ist die Parabel spannend und überzeugt durch die Darstellung. Robert Gwisdek hat produziert, ist als Autor verantwortlich für Buch und Idee und glänzt als Darsteller. Die Jury freut sich, den Kurzfilm im WDR Fernsehen und in Einsfestival einem größeren Publikum zu zeigen. "

Der WDR/Einsfestival Preise besteht im Ankauf des Films durch den WDR Westdeutschen Rundfunk und Einsfestival.

GEWINNER
KÖLNER FENSTER

FRECHEN OVERDOSE (Saskia Schwarz)

Zum Gewinner des Publikumspreises im Kölner Fenster wurde Frechen Overdose von Saskia Schwarz gewählt. Der Preis besteht in einer Technikbeistellung im Wert von 1.500 Euro, gestiftet von FinderTV Kameraverleih.