Kurzfilmfestival Köln UNLIMITED 2014


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NICHT LÖSCHBARES FEUER

Harun Farocki
Deutschland 1969, 25‘, 16mm, s/w


Produktion: Harun Farocki, Berlin-West für WDR, Köln
Regie-Assistenz: Helke Sander
Buch: Harun Farocki
Schnitt: Harun Farocki
Kamera: Gerd Conradt
Ton: Ulrich Knaudt
Mitwirkende: Harun Farocki, Eckart Kammer, Hanspeter Krüger, Caroline Gremm, Gerd Volker Bussäus, Ingrid Oppermann
Erstsendung: 27.07.69, West 3

Synopsis

Nicht löschbares Feuer nimmt viele Themen vorweg, die in Farockis weiterem Werk eine Rolle spielen: Technologie, Krieg, die Verstrickung von Wissenschaftlern und Ingenieuren in den militärisch-industriellen Komplex. Auch die stilisierte, sparsame Bildgestaltung, die mit einem 10mm-Objektiv aufgenommenen tiefelosen Räume, die 'unnatürlichen' Plansequenzen und die an Brecht erinnernde Schauspielerführung verweisen bereits auf jene Filme, die Farocki in den siebziger und frühen achtziger Jahren machen sollte. Doch im Zusammenhang mit seinem politischen Engagement als Filmstudent ist hier die autodestruktive Geste der wichtigste Aspekt. Mit ihr signalisiert Farocki seine Abkehr von der direkten politischen Militanz und eine Hinwendung zum künstlerisch-ästhetisch sublimierenden Filmemachen, das freilich von äußerster formaler Radikalität sein sollte. Eine so dezidierte Außenseiterposition haben selbst in dieser für den westdeutschen Film so außerordentlich experimentier-freudigen Zeit nur sehr wenige andere Regisseure eingenommen. (Tilman Baumgärtel)