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JEAN-MARI STRAUB UND DANIÈLE HUILLET BEI DER ARBEIT AN EINEM FILM NACH FRANZ KAFKAS ROMANFRAGMENT „AMERIKA“

Harun Farocki
Deutschland/England 1983, 26‘, 16mm, Farbe


Produktion: Harun Farocki Filmproduktion, Berlin-West, WDR, Köln, Large Door, London
Buch: Harun Farocki
Kommentar: Harun Farocki
Mitarbeit: Karl-Heinz Wegmann
Kamera: Ingo Kratisch
Schnitt: Rosa Mercedes
Ton: Klaus Klingler
Redaktion: Helmut Merker

Erstsendung: 13.11.1983, ARD
Beitrag für die TV-Reihe Schaukasten, Bilder und Berichte vom Kino

Synopsis

Dieser Film ist gleichzeitig ein Selbstportrait und eine Hommage an Farockis Vorbild (und ehemaligen Filmakademie-Lehrer) Jean-Marie-Straub. Farockis Bewunderung für Straub ging so weit, dass er über Zwischen zwei Kriegen sagte: "Vielleicht habe ich den Film nur gemacht, um von Straub anerkannt zu werden". Mit diesem Beobachtungsfilm dokumentiert Farocki, dass sich sein Wunsch erfüllt hat: Der Film zeigt, wie Farocki unter Straubs Regie für den Film Klassenverhältnisse (1983) seine Rolle als "Delamarche" probt. Wer Farockis Dokumentation der Dreharbeiten einmal gesehen hat, vergisst diese kurzen Szenen nie wieder. Die Inszenierungstechnik von Jean-Marie Straub und seiner Frau Danièle Huillet ist so repetitiv und detailversessen, dass die Szenen bis zur Erschöpfung der Darsteller geprobt werden. Straub führt seine Schauspieler wie ein Theaterregisseur. Schon wegen diesem im Kino ungewöhnlichen Verfahren ist es gut, dass diese ungewöhnliche Art, Filme zu inszenieren, einmal filmisch festgehalten worden ist. Farocki filmte eine Arbeit des Widerstands gegen das traditionelle Kino, gegen das er sich auch mit seinen eigenen Filmen aufgelehnt hat. (Tilman Baumgärtel)